| Kursnummer | 6026 |
| Leitung |
PD Dr. Gunnar Schumann
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| Datum | Samstag, 28.02.2026 10:00–13:00 Uhr |
| Plätze | min. 10 / max. 12 noch genügend Plätze frei |
| Entgelt | 16,00 EUR 11,20 EUR (ermäßigt) |
| Ort |
VHS, Mülheimer Platz 1, Raum 1.55
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Seit Jahrhunderten befassen sich Dichter*innen, Künstler*innen und Denker*innen mit der Liebe. Aus philosophischer Sicht steht die Frage im Vordergrund, was Liebe ist. Dabei geht es nicht nur um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern auch die Eltern- und Kinderliebe, die Liebe zum eigenen Haustier, die Liebe zu bestimmten Idealen, zu Tätigkeiten, zur Natur, zu Gegenständen oder zu bestimmten Speisen. Darüber hinaus wurde besonders in der Vergangenheit auch von Liebe zu Gott, von der Vaterlandsliebe oder von der Nächstenliebe gesprochen. Zudem befassen wir uns auch mit der Frage, was Selbstliebe ist.
Liebe ist ein äußerst mannigfaltiges Phänomen. Selbst wenn man nur die partnerschaftliche Liebe betrachtet, die zweifellos in den biologischen Eigenschaften des Menschen verwurzelt ist, hat es in den verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte doch sehr unterschiedliche Ausprägungen und Konzeptionen der Liebe gegeben. So wurde Liebe als veredelndes Gefühl oder bedauerliche Form der Verrücktheit verstanden. Manche haben sie als Beziehung zwischen Gleichen aufgefasst (Aristoteles), andere, dass sie ihre Perfektion in der Beziehung zwischen Mensch und Gott findet (Thomas von Aquin), während die geschlechtliche Liebe zwischen Mann und Frau als Schwäche galt, die in den Rahmen der Ehe zu begrenzen sei - im antiken Griechenland galt Päderastie als Prototyp der Liebe (Eros); die höfische Liebe des 11. und 12. Jahrhunderts in Provence und Aquitanien war eine erlösende und veredelnde Beziehung zwischen einem hochwohlgeborenen Mann und einer verheirateten Adligen, die nicht vollzogen wurde; die Liebe der Romantik war eine transzendente und erhabene Beziehung, die den Gipfel menschlicher Erfahrung ausmacht.
Im Kurzseminar wollen wir uns einen kleinen Überblick über Antworten von Philosophen auf die Frage, was Liebe sei, verschaffen. Dazu lesen wir gemeinsam kurze Passagen klassischer Texte und diskutieren darüber. Ein Vortrag des Dozenten führt in das Seminarthema ein und schließt es ab.
Literatur (wird im Seminar zur Verfügung gestellt): Was ist Liebe? Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart, herausgegeben von Martin Hähnel, Annika Schlitte und René Torkler, Reclam 2015.