| Kursnummer | 6110 |
| Dozentin |
Ricarda Berg
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| erster Termin | Freitag, 06.03.2026 17:30–19:00 Uhr |
| letzter Termin | Samstag, 07.03.2026 10:00–15:00 Uhr |
| Plätze | min. 10 / max. 20 noch genügend Plätze frei |
| Entgelt | 32,29 EUR Wir bitten um eine vorherige Anmeldung. 24,70 EUR (ermäßigt) |
| Ort |
VHS, Mülheimer Platz 1, Raum 1.57
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Ingeborg Bachmann zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Schon zu Lebzeiten von den Kritiker*innen zu Tode gelobt, avancierte die Klagenfurterin in den 1950er-Jahren mit ihren Gedichten zur "poetessa assoluta".
Ihr grandioser Aufstieg begann 1953 nach der Tagung der Gruppe 47, deren Literaturpreis sie für ihre Lyrik erhielt. Noch im selben Jahr erschien ihr erster Gedichtband "Die gestundete Zeit", dem 1956 mit "Anrufung des Großen Bären" ihr zweiter Lyrikband folgt. Ihr literarisches, in jeder Hinsicht außergewöhnliches Werk umfasst neben der Lyrik und den beiden Erzählbänden "Das dreißigste Jahr" (1961) und "Simultan" (1972) auch Hörspiele, Libretti, Essays und letztlich den durch ihren frühen Tod unvollendet gebliebenen Romanzyklus „Todesarten“, von dem der einzig abgeschlossene Roman daraus, "Malina", ihr heftigste Kritik eingebracht hat - allen voran Marcel Reich-Ranicki, der gar über Bachmann als „eine gefallene Lyrikerin“ sprach. Von der berühmten Titelgeschichte mit Cover-Foto im „SPIEGEL“ (1954), über ihre Beziehung zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch bis zu ihrem tragischen Unfalltod 1973 war Ingeborg Bachmann Gegenstand zahlreicher Mythen und Legenden – ihr Tod wurde nur allzu schnell mit Themen und Motiven ihrer Literatur kurzgeschlossen. Heinrich Böll schrieb in seinem sehr berührenden Nachruf zum Tod Ingeborg Bachmanns: "… man hat Ingeborg Bachmann selbst zur Literatur gemacht, zu einem Bild, einem Mythos, verloren in und an Rom … Daß in der Ikonisierung einer lebenden Person eine schrittweise Tötung versteckt sein kann, müßte gerade an ihr deutlich werden."
Wer war Bachmann? Wie lässt sich die Faszination begreifen, die von ihrem Werk - und nicht weniger von ihrer Person - ausgeht? Und inwiefern stellen die in den letzten Jahren veröffentlichten Briefwechsel mit ihren Künstlerkollegen (u. a. Max Frisch, Paul Celan, Heinrich Böll) tradierte Bewertungen und Schuldzuweisungen infrage? Mit diesen und anderen Fragen wollen wir uns in dem Seminar beschäftigen. Als Lektüre empfohlen seien die Erzählung "Ihr glücklichen Augen" aus dem Erzählungsband "Simultan", der Roman "Malina" sowie das Gedicht "Böhmen liegt am Meer".
Zum Abschluss des Seminars am Samstag, den 07.03.2026 zeigen wir Peter Hamms vielbeachteten Dokumentarfilm „Der ich unter Menschen nicht leben kann“, der 1980, also sieben Jahre nach dem Tod Ingeborg Bachmanns entstand. Zu einem Zeitpunkt, als noch viele Zeitzeug:innen und Weggefährt:innen Bachmanns lebten und im Film zu Wort kommen. Insofern ist der Peter Hamm-Film ein wertvolles und einzigartiges Filmporträt.
Der zeitliche Ablauf am Samstag, 7.03.2026 gestaltet sich wie folgt:
Freitag, 06.03.2025 – 17:30 – 19:00 Uhr Seminar
Samstag, 07.03.2025: 10:00 – 12:0 Uhr Seminar
12:00 – 13:00 Uhr Mittagspause
13:00 – 15:00 Uhr Filmvorführung Peter Hamm: „Der ich unter Menschen nicht leben kann“. (1980)
| # | Datum | Uhrzeit |
|---|---|---|
| 1. | Fr., 06.03.2026 | 17:30–19:00 Uhr |
| 2. | Sa., 07.03.2026 | 10:00–15:00 Uhr |