| Kursnummer | 6113 |
| Dozentin |
Dr. Isa Schikorsky
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| Datum | Donnerstag, 10.09.2026 19:00–21:00 Uhr |
| Plätze | min. 10 / max. 70 noch genügend Plätze frei |
| Entgelt | kostenlos eine Anmeldung wird empfohlen |
| Ort |
VHS, Mülheimer Platz 1, Raum 1.11 (Saal)
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Die Goethe-Gesellschaft zu Gast in der VHS Bonn:
Goethes 1774 erschienener Roman "Die Leiden des jungen Werther" machten Karl Wilhelm Jerusalem (1747-1772) postum berühmt und unsterblich. Der Jurist aus Braunschweig galt der begeisterten Leserschaft als Urbild der Hauptfigur. Tatsächlich einte beide, dass sie am Leben verzweifelten. Doch bereits die Gründe dafür unterschieden sich. Und auch sonst verband Werther und Jerusalem wenig. Zu groß war der Abstand zwischen dem Rebellen und empfindsamen Schwärmer auf der einen Seite, dem ehrgeizigen Staatsbeamten und Rationalisten auf der anderen.
Dass Goethe selbst immer wieder darauf hinwies, sein Romanheld sei erdichtet und trüge Charakterzüge verschiedener Personen, kümmerte das Publikum nicht. Zu gut passte die tragische Selbstmordgeschichte aus unglücklicher Liebe in die empfindsame Zeit. Und so verschwammen die Konturen zwischen Realität und Erfindung immer mehr, Dichtung wurde zur Wahrheit erklärt.
Der Vortrag stellt Karl Wilhelm Jerusalem und die tatsächlichen Motive seines Suizids in den Mittelpunkt.